Erniedrigung

Weibliche Dominanz im Kontext BDSM zu leben bedeutet für mich auch, eine große Wertschätzung dafür zu haben, wenn jemand sich mir anvertraut, sich mir ausliefert, mir seine Sehnsucht mitteilt und mir seine Lust, Leidenschaft, Geilheit schenkt. Und das kann ich auch in meiner Dominanz zum Ausdruck bringen.

Gleichzeitig kann Erniedrigung eine Rolle spielen in unserem Kontakt. Vielleicht nur in Demutsgesten wie vor mir knien, meine Stiefel küssen und ähnliches. Das hat durchaus seinen Platz und seinen Sinn in FemDom/Male Sub. Was ich manchmal affig finde, ist wenn das gleich im Erstkontakt ohne sich zu kennen, ohne meine Dominanz unter Beweis gestellt zu haben, sofort passieren soll. Doch das schließt nicht aus, dass der Funke nicht auch gleich überspringt. Und manchmal tut einfach auch die Handlung selbst die gewünschte Wirkung und stellt die Postionen klar. Auch das nutze ich und fühle mich ganz frei darin. Und manchmal braucht es auch Zwang und Restriktion diesbezüglich. Auch das kann ich sehr genießen.

Doch es kann auch weiter gehen. Ich trete liebend gerne, ich erniedrige auch auf unterschiedliche Weise, wenn es die Situation und die Person mit ihrer Neigung und Disposition fördert. Da gibt es viele Möglichkeiten, die Unterwerfung zu fordern und zu begünstigen oder die Hierarchie ins rechte Licht zu rücken. Das kann mich durchaus verzücken.

Doch was für mich gar nicht geht, sind ernsthaft gemeinte innere Haltungen oder Handlungen, die gegen die Würde des Menschen verstoßen. Auch hier gilt – ein konstruktiver Rahmen, ein Spüren der Themen im Kontakt mit dem anderen ist unerlässlich für mich. Jemand, der ohnehin in seinem wirklichen Leben schon viel Niedertracht erfahren hat, wird das bei mir sicher nicht bestärkt bekommen.

Doch wer ein einigermaßen gutes Selbstbewusstsein mitbringt, den mag ich schon mit großem Genuss gängeln, im besonderen Fall auch demütigen und in für ihn ungewöhnliche Situationen bringen. Weiter im Text