Gechichte Teil 2

Meine Lehrmeister auf meinem Weg waren in erster

im Studio Fangelsbachstraße

Linie mein Sklaven und Delinquenten und ich selbst durch meine Bereitschaft, mich mit Haut und Haar auf die Anforderungen einzulassen. Ein Mensch, der meine individuelle Entwicklung als Domina wesentlich beeinflusst hat, war John.
Es war noch in meiner Anfangszeit in Stuttgart. Eines Nachts läutete es kurz vor Mitternacht an der Studiotür. Ich öffnete und davor stand ein großgewachsener Mann in mittleren Jahren im schwarzen Anzug. Sein Auftreten wirkte trotz der späten Stunde außerordentlich seriös. Er streckte mir die Hand entgegen und sagte schlicht: Ich bin John!
Ich erinnere mich gut, dass ich ihn daraufhin in den Keller führte und er mir dort als erstes seinen realen Lebenslauf mit allen echten Daten aus seiner Biographie in englischer Sprache auf den Tisch legte. John war Engländer und sprach perfekt deutsch. Mit diesem Vertrauensvorschuss, den ich weder davor noch danach wieder so erlebt habe, hat er mir allen Wind aus den Segeln genommen. Ich war sprachlos. John erklärte mir, dass er über Nacht gefangen genommen werden wollte. Ich konnte nicht anders und ließ mich darauf ein, obwohl ich bis dato keine Erfahrung damit hatte.
So begann ich mit unendlich vielen Ketten herum zu hantieren und ihn zu befestigen. Die Handschellen und die Zelle, die mir zur Verfügung stand waren aus heutiger Sicht filigran, Spielerei sozusagen. Was ich tat, war aufwendig und anstrengend, doch wenig wirkungsvoll, denn als ich wieder kam, war John längst befreit und triumphierte ob seiner Übermacht. Meine erste echte Schlappe, die ich so nicht auf mir sitzen lassen konnte.
Daraus entwickelte sich eine folgenreiche und intensive Beziehung über viele Jahre und es gibt nach wie vor gelegentlich Kontakt zu John, der inzwischen wieder in England lebt. Um John in Schach zu halten, musste ich meine Strategien und mein Können wesentlich verschärfen und verfeinern, was mir im Laufe der Zeit – ehrgeizig wie ich war – auch gelang. Die Erfahrung mit ihm legte den Grundstein für meine Langzeitprojekte, für mein ehemaliges Projekt „Schwarzer Turm“ und ohne ihn gäbe es das Excentric nicht, das ich heute noch - inzwischen gemeinsam mit Lady Leona - betreibe.