Geschichte Teil 3

Die inzwischen gewonnenen Fähigkeiten

Die Burg in Hohenlohe

ließen sich in untergeordneter Position, in der ich in dem fremden Studio noch war und im professionellen Kontext nicht mehr zufrieden stellend ausleben. So machte ich mich auf die Suche nach einer Stätte, in der ich mein eigenes Wirken und Können voll zur Entfaltung bringen konnte.
Zuerst entdeckte ich eine alte Burg im Hohenlohekreis, die zu mieten war. Zahlreiche Ausflüge dorthin und Erkundungstouren ins Burggelände weckten bizarre Fantasien und beflügelten meinen Ideenreichtum hinsichtlich dem, was man dort alles anstellen könnte. Da gab es alte Verließe in den Boden versenkt, in denen einst Gefangene schmorten, einen uneinsehbaren Innenhof und etliche nutzbare Gebäude drum herum mit einem Turm von der Sorte, wo schon Rapunzel ihr Haar heruntergelassen haben muß. Doch die Nachteile überwogen – die Burg lag in einem Ort, es gab keine Heizungen und vieles müsste erst aufwendig renoviert werden. Und die Auflage war, das Gebäude einmal die Woche für Touristen zu öffnen, die das alte Gemäuer besichtigen wollten.
Aus der Traum von der eigenen Burg mit Verließen für die Gefangenen!
Doch bald sollte sich Ersatz finden. Ein altes Bauernhaus einsam gelegen auf der schwäbischen Alb, vollständig renoviert und modernisiert mit zwei original erhaltenen Gewölbekellern.
Hier konnte sich also die Vision vom eigenen Gefängnis verwirklichen. Zwei absolut massive, lichtdichte, schalldichte Zellen jeweils in einem Gewölbekeller waren bald darauf gebaut und konnten zum Einsatz kommen.
„Die Haft- und Vollzugsanstalt Schwarzer Turm“ – sicher das einzige authentische S/M Gefängnis, das es zu dieser Zeit auf weiter Flur gab, wurde durch mich ins Leben gerufen.
Einen alten Flyer, den ich damals verschickt habe, können Sie unten im Link einsehen.
Delinquenten, die den Mut hatten, sich auf die Sache einzulassen, holte ich am Ulmer Bahnhof ab und kurz nach Ulm wurde er mit Handschellen festgenommen, einer Augenbinde versehen und so an den unbekannten Ort gebracht, wo er gleich in der Zelle landete. So war die Sache wirklich absolut authentisch und hatte nichts mit einer herkömmlichen Studiosituation zu tun. Sicher ein echtes Abenteuer für diejenigen, die es erlebt haben und auch für mich eine Erfahrung, durch die ich sehr viel gelernt habe und die ich nicht missen möchte. Nach 4 Jahren gab ich die Anstalt auf, da das Haus verkauft wurde.
Das war dann auch gut so, denn inzwischen hatte ich mein eigenes Studio in Stuttgart und die ganze Sache wurde zu aufwendig für mich. Schade nur, dass es kein einziges Foto von den Zellen gibt.