Geschichte Teil 4

Mein Drang, freier agieren und gestalten zu können

war inzwischen so groß geworden, dass ich mich nicht mehr in den Rahmen des Etablissements, in dem ich arbeitete einfügen konnte und wollte.
So konzentrierte ich mich darauf, mein eigenes Studio zu finden, was schließlich auch gelang. Ursprünglich Salon Excentric und inzwischen seit Lady Leona vor einigen Jahren mit eingestiegen ist nur noch Excentric genannt, heißt der Ort meines Wirkens im Stuttgarter Westen.
In den ersten Jahren habe ich mich außerordentlich vielseitig engagiert. Es gab Mottoveranstaltungen wie den Damenzirkel, den Paarabend, Cafe TV/TS, die große Bizarrparty unter Einbeziehung privater Paare, den Sklavinnenabend und Informationsabende für interessierte Frauen. Interessierte konnten Informationsunterlagen anfordern, die zugeschickt wurden. Mit meinem allerersten PC, der noch ausschließlich über DOS zu bedienen war (den ich übrigens auch von John bekam), verfasste ich die Informationsschriften. In vielen Dingen, die ich damals initiierte, war ich tonangebend für die ganze professionelle S/M Szene. Ohne anmaßend zu sein, kann ich sagen, dass ich für frischen Wind gesorgt habe und den Profibereich durch meine Aktionen reichlich aufgemischt habe. Leute, die das Studio aus dieser Zeit kennen und die Entwicklung mitverfolgt haben, können und werden das sicherlich bestätigen.
Ich war nichts anderes gewohnt als immerzu zu arbeiten. So konnte ich vieles bewegen bis mir irgendwann mal die Luft ausging und ich mich in einem „burn out Zustand“ wieder fand. Es war ein großer Zusammenbruch und in dieser Zeit hatte ich überhaupt keine Kraft mehr.
Nichts ging mehr.
Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich damals aus Erschöpfung jede Session damit begonnen habe, dass Sklave mir die Stiefel küssen musste. Innerlich habe ich dabei verzweifelt versucht, den letzten Hauch meiner Kräfte zusammen zu nehmen und gebetet, dass ich in der Lage bin, die Session durchzuführen. Dies tat ich irgendwann wie ein Roboter völlig automatisiert. Oft habe ich Gäste, die zu mir wollten an Gastherrinnen vermittelt – aus der Not heraus, weil ich einfach nicht mehr konnte. Meine Akkus waren völlig leer. Viele meiner damaligen Gäste und Sklaven haben mir das nicht verziehen und sind weg geblieben. Doch einige haben diese Krise mit mir durch gestanden, sind mir treu geblieben und die sind heute noch in meinem Umfeld. Das sind inzwischen wunderbare, vielgestaltige Beziehungen!
Die wichtigste Wegbegleiterin in dieser Zeit war über viele Jahre meine Sklavin Myriam und über einige Jahre auch mein vertrautester Sklave Roland. Beide gehen inzwischen längst ihre eigenen Wege.