Geschichte Teil 5

Die Krise ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen.

Ich habe viel daraus gelernt und bin wesentlich reifer, reflektierter, vielseitiger, fühlender und verantwortungsvoller geworden. Vor allem habe ich angefangen, mir selbst tiefe Fragen zu stellen. Insbesondere war eine Frage, warum mir das so passiert ist und warum ich diesen Weg eingeschlagen habe, den ich mir nie vorgestellt hatte für meine Lebensplanung.

In dieser Zeit fiel mir eine Anzeige in die Hände über eine körperpsychotherapeutische Ausbildung, die mich sofort elektrisierte. Irgendetwas in mir wußte, dass ich dort die Antworten finden würde. Ich habe also mit dieser fünfjährigen berufsbegleitenden Ausbildung begonnen und diese absolviert. Es war eine unbeschreiblich intensive und bereichernde Zeit, die mich sehr in Kontakt gebracht hat mit mir und meinem Wesen. Mit Hilfe dieser Ausbildung konnte ich erst meine komplexen Erfahrungen aus all den Jahren in meine Persönlichkeit integrieren. Inzwischen bin ich schon viele Jahre neben meiner Studiotätigkeit als Körperpsychotherapeutin tätig und finde darin eine wunderbar lebendige und kreative Ergänzung zu meiner Dominatätigkeit. Einen Teil meiner sonstigen Tätigkeit können Sie auf meinen Mondtau Seiten nachlesen, wenn Sie mögen.

Schon während meiner Ausbildungszeit war ich aufgrund der Anforderungen, die diese auch mit sich gebracht hat, fast nur noch für meine festen Termine mit Stammsklaven im Studio und überlies die Regie des Studios weitgehend den Kolleginnen. Viel zu verdanken habe ich diesbezüglich Herrin Thekla und Herrin Soraya und eine wesentliche Zeit auch Lady Christine, die über viele, viele Jahre eine eher unscheinbare, aber doch sehr konstante Rolle im Salon Excentric spielte. Mein Beitrag war, dass ich viel Freiraum ließ und nur an Kostendeckung der laufenden Kosten ausgerichtet war und darüberhinaus Selbstverantwortung und Selbstengagement einforderte. In Werbung oder Neuerungen habe ich nicht investieren können. Es ist fast ein kleines Wunder, dass es sich auf dem Markt trotzdem halten konnte, obwohl zur selben Zeit die Studios im modernen, kommerziellen Designerstil in Stuttgart und deutschlandweit wie Pilze aus dem Boden schossen.

Als ich mit meiner Ausbildung fertig war, bekam ich Arbeitsangebote in dem neuen Berufsfeld. So hatte ich schließlich die Idee und den Wunsch, aus der Studiotätigkeit ganz auszusteigen. Jedenfalls war klar, dass ich eine Nachfolgerin brauchte für das Studio. Schwierig ohnehin für mich, die ich über so viele Jahre emotional verbunden war mit dem Studio und dann noch ahnungslos, wie ich da jemand auftreiben sollte, da ich ja jahrelang überhaupt nicht in der Szene war - zumindest nicht in der S/M Szene. Meine Therapiekollegen waren sicher nicht das Feld, wo ich eine Nachfolgerin für mich rekrutieren konnte. Außerdem war es eine harte Zeit, wo ich mich gleichzeitig voll in beiden Feldern - Therapie und S/M - damals noch völlig voneinander abgespalten und getrennt engagieren musste, um nicht eines davon völlig zu verlieren.

Doch irgendwann gab´s den Durchbruch! Eine blonde Frau aus einem anderen Studio lief mir über den Weg, die mich auf Anhieb durch ihre Intensität, Authentizität und Offenheit faszinierte. Ihr bot ich das Studio schließlich zur Übernahme an. Sie war bereit und gleichzeitig wurde im Laufe unseres Kontaktes, der sich über mehrere Monate vertiefte, klar, dass wir es fortan gemeinsam machen wollten.
Lady Leona war die Auserwählte und genau die Ergänzung für mich, durch die mir klar wurde, dass S/M weiterhin ein Teil meines Lebens sein will.

Vieles hat sich seither verändert - unter anderem auch der Name von Salon Excentric zu Excentric. Vieles haben wir erneuert und gleichzeitig das Gewachsene, das sich so lange Zeit entwickeln konnte, mit integriert. So etwas gibt es wohl kaum anderswo. Lady Leona hat ihre vielen Kontakte in die private Szene mitgebracht und ihre eigene Vison. Wir ergänzen uns auf eine Weise, die beiden großzügig Freiraum lässt und dennoch einen gemeinsamen Nenner, eine gemeinsame Kraft hat. Und dieses Thema hat ja Aktualität und sie können das auf unseren Seiten oder sogar im persönlichen Kontakt nachvollziehen.

Eins mag ich abschließend dazu sagen: Die "Warum" Frage stelle ich mir schon lange nicht mehr. Antworten habe ich diesbezüglich gefunden. Die Gegenwart ist gehaltvoll und lebendig genug, um im Wie und Was zu bleiben. Das Warum führt ja immer in die Vergangenheit. Die ist zwar interessant, aber eben auch vorbei! Viel erfüllender ist es, das Jetzt auszukosten. Das wünsche ich Ihnen auch - danke fürs Lesen, danke fürs Interesse - vielleicht ja u.a. auch mit mir gemeinsam auskosten. Würd mich freuen!