Restriktion und Fetisch

Restriktion war für mich lange das Thema, das ich favorisiert habe. Jemand Ausliefern in Fesseln, Metall und Latex. Jemand einschränken bis zur Bewegungslosigkeit mitunter. Jemand gefangen nehmen in der Zelle. All das! Mich hat es so fasziniert, weil es auf Anhieb eine Situation herstellt zwischen Macht und Ohnmacht, die existenziell und aus sich heraus authentisch und selbstverständlich ist. Dazu braucht es kein dominantes Gehabe, keine devoten Eigenschaften, ja nicht mal unbedingt masochistische. Es ist einfach ein Fakt, der damit hergestellt ist, wenn ich jemand kompetent fixiere, ist er auf mich angewiesen, um wieder frei zu sein.

Das hat durchaus einen wirkungsvollen Reiz – nach wie vor – und ich wende das immer wieder an. Doch – und das merke ich jetzt deutlich, warum ich hier ein neues Kapitel in meiner Historie öffne - als meinen Favorit würde ich es zurzeit nicht sehen. Die Anziehungskraft, weibliche Dominanz mit allen Facetten zu verkörpern, steht momentan im Vordergrund.

Das Thema Fetisch – auch das möchte ich hier explizit nennen. Ob es gut oder schlecht ist in meinem Metier, kann ich nicht sagen, doch ich habe keinen speziellen Fetisch. Am liebsten trage ich Leder. Meine schenkelhohen Lederstiefel liebe ich, auch wenn ich sie längst nicht immer trage. Angenommen, ich müsste auf allen Fetisch verzichten, könnte ich damit gut leben. Doch meine schenkelhohen Stiefel nicht zu haben wäre schwierig. Manchmal ist es auch Latex, das meiner Stimmung entspricht oder Lack oder Kostüm oder Uniform. Das kommt natürlich auch auf den Kontext an, in dem ich mich bewege. Wer einen bestimmten Fetisch hat, wird bei mir nicht die Perfektion im entsprechenden Outfit finden, doch im gängigen Fall weitgehende Übereinstimmung und ein Gegenüber, das sicher auch sehr förderlich und genussvoll mit dem Fetisch anderer umgeht. Das kann ich durchaus nachempfinden.

Noch etwas interessiert mich, zu benennen – Geld, das liebe Geld, der schnöde Mammon, die Kohle und was es nicht noch alles für Namen dafür gibt. Und das, obwohl es nur bedrucktes Papier ist mit einer Zahl darauf. Wir in unserem Metier haben den Namen dafür ja sogar schon „kultiviert“ und nennen es manchmal Tribut, das ein Sklave seiner Herrin zu entrichten hat. Wenn man all das so liest, was ich da in Bezug auf weibliche Dominanz von mir gegeben habe, dann könnte manch ein Außenstehender meinen, die Dame habe eine Anleitung zur Wunscherfüllung ihrer ganz persönlichen Vorlieben angefertigt. Wenn sie dafür auch noch Geld verlange, dann wäre das nicht angebracht. Ich weiß sehr wohl, dass das einige so sehen. Was ich oft an dieser Haltung spüre, ist eine Art Selbstverachtung.

Aus diesem Grund nehme ich diesbezüglich liebend gerne und aus tiefster Überzeugung eine sehr selbstachtende Haltung ein: Ja, es ist so – ich tue, was mir Freude macht, was mich interessiert, inspiriert und motiviert und nehme genau für das auch Geld! Weiter im Text